Die Einfachheit eines Lippenbalsams

Wer mich kennt, weiß, dass ich bei meinen Rezepten Schlichtheit schätze. So begleitet mich schon sehr lange ein Lippenbalsam-Rezept, das ich schon seit vielen Jahren Jahrzehnten zubereite.

Ein Hobby-Imker hier vor Ort hat mir sein Bienenwachs zum Ausprobieren gegeben. Ungereinigt. Erst dachte ich, dass das wirklich viel Arbeit ist Bienenwachs zu reinigen – ist es aber nicht. Nicht bei solchen kleinen Mengen. Also, gesagt, getan – Wachs reinigen. Dazu hab ich eine Silikonbackform zweckentfremdet. 2-3 cm Wasser rein und das zerkleinerte Bienenwachs dazu. Den Ofen auf ca. 100 Grad heizen und das Wachs-Wasser-Gemisch reinstellen und warten. Warten, warten, warten. Nach, ähm, einiger Zeit (ich geb’s zu – ich hab vergessen auf die Uhr zu schauen) war alles geschmolzen und ich konnte das Gemisch in einen ausrangierten, gewaschenen Plastik-Eisbecher durch eine ebenfalls ausrangierte und gewaschene Nylonstrumpfhose gießen. Stehen lassen und warten, warten, warten. Geh am besten zwischendurch schlafen! Am nächsten Morgen kannst du die entstandene Wachsplatte aus der Dose lüpfen, Rückseite ein bissl abwaschen, trocknen lassen.

Keine Sorge, das muss natürlich niemand machen, wenn er sich solch einen Lieblings-Lippenbalsam herstellen möchte. Gutes Bienenwachs gibt’s schon fertig zu kaufen. Ganz praktisch sind da Bienenwachs-Pastillen, wie z.B. hier bei beegut.

So, und jetzt das Rezept:

  • 1 Tl Bienenwachs-Pastillen
  • 4 Tl Mandelöl (ich hab diesmal Jojoba-Vanille-Mazerat verwendet)
  • 1 Tl guten Bienenhonig

Tl = Teelöffel

Das alles kann zusammen in ein Becherglas. So wie hier:

Wer kein Becherglas hat nimmt ein ausrangiertes Marmeladenglas, das wirklich gut sauber und trocken ist. Das stellst du dann ins Wasserbad, Herd auf kleine Stufe, so dass das Wasser im Topf gerade so simmert. Zwischendurch kannst du einige Male rumrühren und wenn alles geschmolzen ist, aus dem Wasserbad nehmen und auf die Seite stellen. Nach einiger Abkühl-Zeit (vielleicht 5 Minuten bei der kleinen Menge) fängt der Balsam an anzudicken. Der Honig ist zu Boden gesunken und gehört jetzt nochmals ordentlich untergerührt. Es ist wichtig auf diesen Moment zu warten, denn wenn das Ganze noch zu flüssig ist und zu früh abgefüllt wird, wird der Honig immer zu Boden sinken. Erst im angedickten Zustand kann der Honig gut mit der Balsam-Masse vermischt werden.

Beim zweiten Foto sieht man die frisch eingefüllte Masse. In dem Tiegelchen im Hintergrund sieht man welche Konsistenz zum Abfüllen richtig ist. Versteht sich von selbst, das so etwas in kleine Döschen, Tiegelchen gehört und nicht in eine Lippenstifthülse. Ist ja ein Balsam. Und so ein feiner. Und das schon seit Jahren.

Und ich freu mich darüber. Jedes Mal. So einfach.

 

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